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Schweinepest-Problematik: Wird es für Rumänien ernst?

Diese Tier-Krankheit ist womöglich sehr ansteckend: In Rumänien breitet sich die afrikanische Schweinepest weiter aus. Die Hersteller haben mit riesigen Verlusten zu rechnen.

Schweinepest-Problematik: Wird es für Rumänien ernst?
Schweinepest-Problematik: Wird es für Rumänien ernst?

, 25.07.2018, 13:04

Rumänien erlebt einen nicht gerade fröhlichen Sommer. Das Wetter ist launisch, die Regenfälle sintflutartig, die Überschwemmungen fordern Menschenleben und verursachen Sachschäden, hinzu kommen akute politische und soziale Spannungen sowie ökonomische Ungewissheit. Das Allgemeinbild ist weit entfernt von dem Glanz einer sommerlichen Postkarte.



Zu allem Übel hat sich die afrikanische Schweinepest in letzter Zeit landesweit weiter verbreitet – die Anzahl der Infektionsherde wird auf 450 geschätzt. Die Situation ist so schwerwiegend, dass der Landwirtschaftsausschuss der Abgeordnetenkammer sich im Rahmen einer informellen Sitzung damit beschäftigen musste. Der menschliche Organismus ist gegenüber dem Virus immun. Allerdings könne der Erreger, sobald er auf Schweine übertragen werde, alle Tiere auf einem Bauernhof töten, weil er sehr ansteckend sei und es weder eine Behandlung noch eine Impfung gegen die Krankheit gebe, warnen Experten. Sie verweisen auf die Wildschweine als Hauptursache für die Übertragung des Virus. Die Fallstudie sei dabei der Landkreis Tulcea im Südosten, der das Donaudelta umfasst, wo eine beachtliche Wildschwein-Bevölkerung zu Hause ist.



Die afrikanische Schweinepest ist derweil bei zwei Schweinemastbetrieben im Landkreis nachgewiesen worden. Im größten Betrieb mussten bereits zwei Drittel der circa 45.000 Schweine eingeschläfert werden. Für die Schweinefleisch-Produzenten sind die Auswirkungen verheerend. Adrian Iorgulescu ist Mitglied in einem der Berufsverbände, er erklärt die Problematik.



In allen betroffenen Landkreisen liegt die ungefähre Zahl der Sauen, die in zugelassenen landwirtschaftlichen Betrieben gehalten werden, bei über 50.000 von insgesamt 140.000 Sauen in Rumänien. Weil es für uns nicht mehr möglich ist, die Jungschweine zur Mast zu schicken, sind wir gezwungen, Notschlachtungen bei diesen Jungtieren vorzunehmen und eine Entschädigung von den Behörden zu fordern. Wir haben keine andere Möglichkeit, es gibt keine solche Ausnahmeregelung, die es uns erlauben würde, die Jungtiere aus unseren Betrieben zu entfernen und sie an Mastbetriebe in anderen Landkreisen zu schicken, und das würde bei einer Hochrechnung heißen, für die 50.000 Sauen rund 1,5 Millionen Jungschweine pro Jahr. Das entspricht der Importmenge oder, wenn Sie wollen, fast der Hälfte aller Schweine in Rumänien. Die Situation ist jetzt zum nationalen Problem geworden.



Die Hersteller behaupten auch, dass der Schaden, der durch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Rumänien verursacht wird, in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen Euro liegt. Letzte Woche hat der Landwirtschaftsminister Petre Daea in Brüssel bereits die Europäische Kommission um Mittel gebeten, um die Verluste auszugleichen, die durch die Einstellung der Schweinefleischerzeugung und durch die Preissenkung in den betroffenen Gebieten entstanden sind. Die Beihilfe soll auch die Kosten für die Desinfektion, die Vernichtung von Futter und die Kosten für die Abdecker ausgleichen – heißt es in einem Kommuniqué des Landwirtschaftsministeriums.

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