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„Traum.Leben”: Die Doku über die Generation Z

Der Dokumentarfilm unter der Regie von Ruxandra Gubernat befasst sich mit der Entwicklung von drei Jugendlichen. Der Titel „Vis.Viață” ließe sich ungefähr mit „Traum.Leben“ ins Deutsche übersetzen.

“Vis. Viață”, un documentar de Ruxandra Gubernat
“Vis. Viață”, un documentar de Ruxandra Gubernat

, 16.08.2025, 23:02

„Vis.Viață” ist die erste rumänische Beobachtungsdoku, die darauf abzielt, die Realitäten, Bestrebungen und Herausforderungen der jungen Generation Z darzustellen. Die Regisseurin Ruxandra Gubernat ist bekannt für ihre einflussreichen sozialen und filmischen Projekte. Mit viel Einfühlungsvermögen zeigt sie in diesem Fall, wie junge Menschen die Welt wahrnehmen, Herausforderungen meistern und ihre Identität in einer wandelnden Gesellschaft formen. Die Dreharbeiten dauerten vier Jahre und dokumentierten eine Zeit großer Veränderungen. Dazu gehörten auch die zwei Pandemiejahre, in denen Schulen online unterrichteten und soziale Isolation den Alltag prägte. Bei RRI sprach Ruxandra Gubernat über ihr Interesse an der Generation Z und die Arbeit an diesem Thema.

 Mein Weg führte zwischen Rumänien und Frankreich, wo ich sieben Jahre gelebt habe. Zwischen 2008 und 2015 studierte ich in Frankreich, kehrte aber nach Rumänien zurück. Dabei wurde mir bewusst, dass ich mit vielen Fragen zum Thema Auswanderung konfrontiert war. Natürlich wusste ich, dass viele Menschen Rumänien aus unterschiedlichen Gründen verlassen. Einige taten dies aus wirtschaftlicher Not, besonders Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre. Andere wanderten nach dem EU-Beitritt aus, da es wesentlich einfacher wurde, in einem anderen Land zu studieren oder zu leben – so wie in meinem Fall.

Für viele war auch das Bedürfnis nach Wissen ein Grund, das trifft auf die Generation Z  zu. Ich begann, mich intensiver mit dieser Generation und ihren Entscheidungen auseinanderzusetzen. Würden sie Rumänien verlassen oder bleiben? Damals las ich zahlreiche Studien, die zeigten, dass etwa 80% der jungen Menschen darüber nachdachten, das Land zu verlassen, und mehr als 25% es tatsächlich taten. Das war der Ausgangspunkt meiner Recherchen. Ich machte mich auf den Weg, sprach mit Jugendlichen in Städten wie Temeswar, Klausenburg, Bacău, Kronstadt, Ploiești, Bukarest und Târgu Jiu. Dabei traf ich auf sehr unterschiedliche junge Menschen, von denen viele erklärten, dass sie Rumänien verlassen wollten. In diesem Kontext begannen wir mit den Dreharbeiten.

Die Schauspielerin Una, der Trap-Künstler Habet und die Umweltaktivistin Stefania stehen vor der Herausforderung, ihre Zukunft zu gestalten. Zwischen Drama und Dilemma schmieden sie Pläne, Rumänien nach dem Abitur zu verlassen. Der Dokumentarfilm von Ruxandra Gubernat begleitet die drei auf ihrem Weg und zeigt ihre Beziehung zu Familie, Schule und Gesellschaft. Die Regisseurin erklärt, wie sie die Jugendlichen nach intensiver Recherche ausgewählt hat.

Wie bereits erwähnt, reisten wir durch das ganze Land, um das Leben von Teenagern möglichst umfassend zu verstehen. Einige der ursprünglich ausgewählten Teilnehmer stiegen aus, da sie den Prozess auf Dauer nicht bewältigen konnten. Andere musste ich selbst aussortieren. Doch zu Habet, Una und Stefania entwickelte sich eine besondere Verbindung. Gemeinsam durchliefen wir einen Prozess, der für sie von großer Bedeutung war. Ich lernte sie kennen, als sie 16 Jahre alt waren, und die Dreharbeiten endeten, als sie 20 wurden. Wir haben also ihre Teenagerjahre gemeinsam miterlebt.

 Ich fand, dass die drei sowohl einzeln als auch im Zusammenspiel hervorragend vor der Kamera wirkten. Sie sind eine ideale Kombination, um zu veranschaulichen, wie junge Menschen auf sozialen Druck reagieren, sich für die Umwelt einsetzen und das Geschehen um sie herum reflektieren. Alle drei sind äußerst engagiert, aber in ihrer Art sehr unterschiedlich. Stefania leitete beispielsweise die „Fridays for Future“-Proteste in Rumänien, gerade als die Bewegung weltweit an Bedeutung gewann – ein Thema, das ich als besonders wichtig empfand. Habet engagierte sich im Bukarester Randviertel Ferentari mit Trap-Musik und Sozialtheater, während Una gemeinsam mit anderen Theaterbegeisterten ein Stück über das Verlassen Rumäniens inszenierte.

Ihre Anliegen umfassten sowohl lokale als auch globale Themen und Herausforderungen. Sie sprachen über Migration, soziale Klassen und die vielfältigen Probleme unserer Gesellschaft, aber auch über ihre ganz persönlichen Sorgen. Besonders bedeutend war die Beziehung, die ich zu jedem von ihnen aufbauen konnte. Die Offenheit und Ehrlichkeit, die wir miteinander teilten, haben uns einander nähergebracht und ermöglicht, einander zu akzeptieren. Dieser Film war schließlich ein vierjähriger Prozess, der nur durch gegenseitige Ehrlichkeit – sowohl in Bezug auf die eigenen Erwartungen als auch auf die der anderen – gelingen konnte. Ohne diese Grundlage wäre keine authentische Geschichte entstanden.

„Traum.Leben“ wurde in die offizielle Auswahl mehrerer internationaler Dokumentarfilm-Festivals  aufgenommen: beim Festival für Dokus und Menschenrechte One World Romania, beim Astra-Film und beim Doku-Festival für sozialen Wandel Moldox.  Ruxandra Gubernat führte auch bei „Portavoce“ (2018) Regie. Der mittellange Collage-Dokumentarfilm behandelt die Protestwellen in Rumänien der letzten fünfzehn Jahre. „Portavoce“ wurde 2018 für den besten rumänischen Dokumentarfilm beim Astra Film Festival nominiert und auf mehreren nationalen und internationalen Festivals gezeigt.

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