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Animest 20: Animationsfilmfestival feierte Jubiläum

Animationsliebhaber waren eingeladen, im Rahmen der Jubiläumsausgabe des Internationalen Animationsfilmfestivals Animest in die dunkle und faszinierende Kunst der Brüder Quay einzutauchen – zwei Visionäre, die die Stop-Motion-Animation neu definiert haben. Stephen und Timothy Quay, international bekannt für ihren surrealistischen und düsteren Stil, waren Ehrengäste der 20. Ausgabe des Festivals, das vom 3. bis 12. Oktober in Bukarest stattfand.

Animest 20
Animest 20

und , 18.10.2025, 17:30

 

RadioRomaniaInternational · Animest 20: Animationsfilmfestival feierte Jubiläum

 

Der rumänische Wettbewerb präsentierte in diesem Jahr 15 Kurzfilme, die die kreative Vielfalt heimischer Regisseure zeigten: von intimen Porträts und Identitätssuchen bis hin zu Ausflügen in surreale Welten und persönlichen Geschichten. Animation dient hier als Ausdrucksmittel für innere Konflikte, gesellschaftliche Kritik und die Reflexion über Rumäniens jüngere Geschichte. Diese stilistische und erzählerische Bandbreite zeigt, wie sehr der rumänische Animationsfilm gewachsen ist und wie sicher Filmemacher heute mit komplexen Techniken und Themen umgehen.

 

Reise durch 89 animierte Geschichten aus aller Welt im internationalen Wettbewerb von Animest 20“ – so lautete die Einladung der Organisatoren, die das Thema „Reise“ bewusst als Leitmotiv der Jubiläumsausgabe gewählt haben. Mihai Mitrică, Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Festivals, erzählt, wie es dazu kam:


Das ist so, das Thema der 20. Ausgabe ist nicht zufällig. Für uns als Organisatoren war und ist es weiterhin eine Reise. 2006 hat sich das zum ersten Mal konkretisiert, in einer ersten Ausgabe, die für uns spektakulär war wegen der Zuschauerzahl, weil das Publikum zu einem ziemlich nischenhaften Festival gekommen war, denn Animation war kein sehr populäres Genre. Dieses Jahr feiern wir das 20. Jubiläum. Und wir freuen uns, dass wir in diesen 20 Jahren es irgendwie geschafft haben, das Publikum ein wenig zu bilden und zu zeigen, dass Animationsfilm sich nicht an Kinder richtet oder nicht nur an Kinder, wie man sagte, bevor wir Animest initiierten. Ich erinnere mich, dass wir in den ersten Ausgaben höchstens zwei, drei rumänische Filme im Programm hatten. Ich meine damit neue, zeitgenössische Produktionen, nicht Archivmaterial, denn vor 1989 gab es dieses Studio, Anima Film, das ziemlich viel produzierte. Mehr noch, wir hatten Animation auch für den Export, Serien und Autorenfilme. Leider begann das Studio nach dem Tod des berühmten Filmemachers Ion Popescu-Gopo zu verfallen und kollabierte in den 90ern. Das war damals sozusagen ein Nullpunkt, von dem aus wir alles wieder neu gestartet haben. Aber in der letzten Zeit sind wir froh, dass an der Nationalen Universität für Theater- und Filmkunst Bukarest (UNATC) diese eigene Abteilung für Animation gegründet wurde und viele junge Talente nachrücken. Außerdem gibt es immer mehr Produktionen, die vom Nationalen Filmzentrum unterstützt werden, und all das rechtfertigt diesen Optimismus, den wir seit Jahren haben. Also haben wir Grund zum Optimismus und es kann noch besser werden.

 

Als feste Tradition widmet Animest jedes Jahr einer Nation mit starker Präsenz in der internationalen Animationsszene eine Retrospektive. Zum 20. Jubiläum stand Südkorea im Fokus. Das Publikum konnte sich auf 26 Kurzfilme freuen, verteilt auf drei Sektionen: eine Auswahl für Kinder (I Can Do It) sowie eine zweiteilige Retrospektive der zeitgenössischen koreanischen Animation (History of History und Space in Space). Festivalleiter Mihai Mitrică mit weiteren Einzelheiten:


Zurück zum Festivalprogramm und zu den anderen neuen Filmen, die wir dieses Jahr gezeigt haben: zur Eröffnung haben wir »Little Amelie or the Character of Rain« gewählt. Es ist ein Film über die Kindheit der belgischen Schriftstellerin Amélie Nothomb, die sie in Japan verbracht hat. Dieser Film hat den Publikumspreis beim Internationalen Animationsfestival von Annecy erhalten, und wir brachten ihn in Premiere mit Hilfe des Vertriebshauses »Independența Film«. Wir haben auch all unsere speziellen Events wie »Trippy Animation Night« beibehalten. Diese Sektion betreute unser Freund aus den Niederlanden, Michael Helmerhorst, der eine Reihe extravaganter Nachtvorführungen anbot. Wir hatten auch die »Animusic Night«, die Nacht der animierten Musikvideos — eine Nacht mit viel Musik. Gefehlt haben auch diesmal nicht: die »Creepy Animation Night« und »Erotica«, ein später konzipiertes Spezialprogramm, das erneut von einem Künstler und einem uns sehr lieb gewordenen Freund aus der Slowakei kuratiert wurde, Jakub Spevák, der künstlerische Leiter von Fest Anča — dem größten Event der Slowakei, das dem Animationsfilm gewidmet ist. Aber was ich sagen möchte, ist, dass es bei dieser Ausgabe nicht um die Anzahl der Filme ging, nicht darum, wie viele Gäste wir haben, sondern wir wollten eine tiefere Verbindung schaffen mit all den Leuten, die für das Festival gearbeitet haben, und mit unserem Publikum, das uns seit 20 Jahren begleitet.

 

Eine besondere Rolle spielte die Sektion Minimest: Sie wurde in diesem Jahr über die Dauer des Festivals hinaus ausgeweitet und umfasste mehrere Initiativen, die Animation für die Jüngsten zugänglicher machen sollten. Dazu gehörte der Minimest-Club, ein speziell für Kinder eingerichteter Raum, in dem sie an Workshops teilnehmen und spielerisch in die faszinierende Welt der Animation eintauchen konnten.

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