Rumäniens Ministerpräsident Bolojan zu Gesprächen in Berlin
Rumäniens Ministerpräsident Ilie Bolojan und Verteidigungsminister Radu Miruță sind am gestrigen Mittwoch von ihren deutschen Amtskollegen zu Gesprächen in Berlin empfangen worden. Im Rahmen der Unterredungen wurden eine Intensivierung der Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich sowie eine Diversifizierung deutscher Investitionen in Rumänien vereinbart.
Sorin Iordan und Sorin Georgescu, 29.01.2026, 17:15
Rumänien und Deutschland haben ein Memorandum zur Zusammenarbeit in der Verteidigung unterzeichneten. Bukarest will militärische Ausrüstung über das europäische Verteidigungsinstrument SAFE beschaffen, aus dem Rumänien rund 16 Milliarden Euro von der Europäischen Kommission erhält. Zur Unterzeichnung der Vereinbarung reisten der rumänische Ministerpräsident Ilie Bolojan und Verteidigungsminister Radu Miruță nach Berlin, wo sie von ihren deutschen Amtskollegen empfangen wurden.
Bolojan erklärte, Rumänien und Deutschland teilten dieselbe Auffassung über die Bedeutung der Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit in der Schwarzmeerregion. Er würdigte die deutsche Unterstützung bei der Luftverteidigung Rumäniens und unterstrich die Bedeutung der Sicherheit der Republik Moldau.
„Ich habe dem Bundeskanzler unsere Ziele und Maßnahmen zur Verteidigung der Ostflanke und zur Gewährleistung der Sicherheit im Schwarzmeerraum vorgestellt. Die Luftverteidigung ist eine unserer Prioritäten, und der Beitrag Deutschlands in diesem Bereich ist notwendig und wird geschätzt. Was die Ukraine betrifft, unterstützen wir alle Bemühungen um einen dauerhaften Frieden. Für Rumänien ist die Republik Moldau eine strategische Priorität. Die Stabilität des Landes und sein europäischer Kurs sind für die gesamte Region von Bedeutung.“
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte seinerseits, Rumänien und Deutschland unterstützten die Ukraine gemeinsam – politisch, finanziell, humanitär und militärisch. Das Memorandum im Bereich der Rüstungsexporte zeige, dass beide Länder eine gemeinsame Verantwortung für die Sicherheit Europas übernehmen. Rumänien und Deutschland seien nicht nur im Verteidigungsbereich eng miteinander verbunden. Zahlreiche deutsche Unternehmen seien in Rumänien aktiv, investierten dort, schafften Arbeitsplätze und trügen zur Modernisierung der rumänischen Wirtschaft bei.
Nach der Unterzeichnung des Memorandums sagte der rumänische Verteidigungsminister Radu Miruță, die militärischen Ausrüstungen würden gemeinsam mit anderen europäischen Staaten beschafft, was mehrere Vorteile mit sich bringe.
„Die Zusammenarbeit der beiden Länder in der Verteidigungsindustrie bedeutet Technologietransfer und die Vorteile gemeinsamer Beschaffungen. Gemeinsame Beschaffungen bedeuten niedrigere Preise. Bei einem Teil der Produkte, die Rumänien für gemeinsame Beschaffungen vorgesehen hat, ist Deutschland das führende Land, das diese Verfahren koordiniert. Das wird zu niedrigeren Anschaffungskosten führen, und wir erwarten kürzere Lieferzeiten für die benötigten Produkte.“
Ein weiterer Vorteil bestehe darin, dass europäische Länder innerhalb der NATO dieselben Systeme nutzten, was die Wartung erleichtere und die Kosten senke, sagte auch der deutsche Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius. Er betonte, Deutschland unterstütze im Rahmen der NATO-Bemühungen die Verteidigung des rumänischen Staatsgebiets.
In dieser Woche veröffentlichte das rumänische Verteidigungsministerium die 21 Rüstungsprojekte, die im Rahmen des SAFE-Programms umgesetzt werden sollen. Elf davon sind ausschließlich für Rumänien vorgesehen, zehn weitere sind gemeinsame Beschaffungen mit anderen Staaten, überwiegend mit Deutschland und Frankreich.