Strategische Partnerschaft Rumänien – Ukraine
Rumänien und die benachbarte Ukraine sind strategische Partner geworden.
Bogdan Matei und Florin Lungu, 13.03.2026, 11:39
Rumänien und die Ukraine sind seit Donnerstag durch eine strategische Partnerschaft verbunden, die in Bukarest von den Präsidenten Nicușor Dan und Wolodymyr Selenski unterzeichnet wurde. Es war der zweite Besuch des Kiewer Präsidenten in Rumänien nach seinem Besuch im Oktober 2023. „Wir dürfen nichts verheimlichen: Historisch gesehen gab es Misstrauen zwischen unseren Ländern; dieses Misstrauen ist meiner Meinung nach mit Beginn des Krieges im Jahr 2022 (am 24. Februar, als russische Truppen in die Ukraine einmarschierten – Anm. d. Red.) verschwunden“, sagte Präsident Dan.
Rumänien und die Ukraine teilen sich eine rund 700 Kilometer lange Grenze, und nach Beginn des Einmarsches wurden Millionen ukrainischer Flüchtlinge, insbesondere Frauen und Kinder, in Rumänien aufgenommen. Ende letzten Jahres hielten sich laut offiziellen Angaben des UNHCR 200.000 Ukrainer in Rumänien auf. Ukrainische F-16-Kampfpiloten werden ebenfalls in Rumänien ausgebildet, das der Ukraine auch ein Patriot-Luftverteidigungssystem geliefert hat. Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen den beiden Staatsoberhäuptern am Donnerstag stand auch die gemeinsame Drohnenproduktion in Rumänien – ein Bereich, in dem die Ukrainer laut Militäranalysten, kriegsbedingt, zu den Besten der Welt gehören.
Dan bekräftigte die offizielle diplomatische Unterstützung Bukarests für den Beitritt Kiews zur Europäischen Union und zur NATO sowie für die, wie er es nannte, „richtige Position und Unterstützung, die all diese Organisationen der Ukraine in ihrem Krieg zukommen lassen können“. „Sehr wichtig – wir haben über die rumänische Minderheit in der Ukraine und die Offenheit der Ukraine gegenüber dieser Minderheit gesprochen. Wir haben Garantien für den Fortbestand des rumänischsprachigen Schulbetriebs und für alle anderen Rechte der rumänischen Minderheit gemäß den in internationalen Charten festgelegten Minderheitenrechten erhalten“, sagte Nicuşor Dan.
Sein ukrainischer Amtskollege unterzeichnete ebenfalls am Donnerstag ein Dekret zur Einführung des Tages der rumänischen Sprache in seinem Land am 31. August. Dieser Tag wird traditionell sowohl in Rumänien als auch in der Republik Moldau (ehemalige Sowjetunion, überwiegend rumänischsprachig) begangen. Über 400.000 ethnische Rumänen leben im Nachbarland, vorwiegend in der nördlichen Bukowina, in Nord- und Südbessarabien sowie im Land Herța, ostrumänischen Gebieten, die 1940 nach einem Ultimatum der stalinistischen Sowjetunion annektiert und 1991 von der Ukraine als Nachfolgestaat der UdSSR übernommen wurden. Laut der jüngsten Volkszählung leben in Rumänien etwa 45.000 ethnische Ukrainer, fast zehnmal weniger als Rumänen in der Ukraine. Wie die anderen in Rumänien anerkannten nationalen Minderheiten haben auch die Ukrainer kraft Amtes einen Vertreter in der Abgeordnetenkammer in Bukarest.