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Politische Spannungen belasten Wirtschaft

BNR-Sprecher Dan Suciu: Politik muss Antworten liefern, um Märkte zu beruhigen

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, 08.05.2026, 18:35

Die Mehrwertsteuer ist gestiegen, vielerorts haben sich kommunale Abgaben und Steuern verdreifacht, die Inflation bleibt für ein EU-Land auf Rekordniveau, zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen sind insolvent gegangen, große Firmen bauen Stellen ab, dazu kommen ständige Schwankungen bei Kraftstoffpreisen und Wechselkurs – all das hat die Konsumlust der Rumänen zuletzt gebremst. Im März hat sich der Rückgang allerdings etwas abgeschwächt, verglichen mit den ersten beiden Monaten des Jahres. Dennoch bleibt der Konsum laut dem Nationalen Statistikamt bereits den achten Monat in Folge im Minus.

Nach bereinigten Daten, die die Zahl der Arbeitstage berücksichtigen und saisonale Einflüsse wie Feiertage, Wetter oder Ferien herausrechnen, ist der Einzelhandel im März im Vergleich zum selben Monat 2025 um 3,2 Prozent gesunken. Gegenüber Februar legte er hingegen um 2,6 Prozent zu. Ausschlaggebend für den Rückgang waren schwächere Verkäufe bei Nichtlebensmitteln mit minus 7,4 Prozent sowie bei Lebensmitteln und Getränken mit minus 3 Prozent.

Auch das europäische Statistikamt Eurostat meldet, dass Rumänien und Deutschland die einzigen EU-Staaten waren, in denen das Einzelhandelsvolumen im März zurückging.

Nach dem sich die Sozialdemokraten aus der prowestlichen Koalition verabschiedeten und die Regierung gemeinsam mit den Nationalisten stürzte, kommen nun politische Unsicherheiten hinzu, die die wirtschaftlichen Turbulenzen weiter verschärfen.

Der Leu hat am Donnerstag gegenüber dem Euro erstmals seit einer Woche wieder leicht zugelegt. Am Mittwoch war die rumänische Währung noch auf ein Rekordtief gefallen – fast 5,3 Lei für einen Euro. Der Sprecher der Nationalbank, Dan Suciu, warnt jedoch, dass die Wechselkurse weiterhin volatil bleiben dürften. Entscheidend sei das Verhalten der politischen Klasse:

„Wir erleben eine Phase der Instabilität, die sich an den Märkten bemerkbar macht. Die Märkte warten unruhug auf viele Antworten zur politischen und finanziellen Lage Rumäniens. Wahrscheinlich werden wir demnächst weitere Weshselkursschwankungen sehen – in beide Richtungen. Solange es aber keine klaren Antworten zur politischen und finanziellen Stabilität gibt, können die Spannungen anhalten. Wir versuchen bei der Nationalbank, die Lage mit allen Mitteln und Instrumenten zu steuern, die uns zur Verfügung stehen. Die Antworten zur Beruhigung der Märkte müssen aber von woanders kommen. Wir nennen keine Zahlen und keine Zielwerte. Wir müssen unter den gegebenen Umständen ein Gleichgewicht finden – mit den vorhandenen Ressourcen und unter den bestehenden Zwängen. Dazu gehört auch die Frage nach einer stabilen Regierung und nach politischer wie finanzieller Stabilität.“

Führende Vertreter der Parlamentsparteien räumen inzwischen selbst ein, dass sie bislang keine Formel für eine neue Regierung gefunden haben, die das Land handlungsfähig führen könnte.

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