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Proteste im Bildungswesen: Rumäniens Lehrer wehren sich gegen Sparmaßnahmen

Trotz Sommerferien brodelt es im rumänischen Bildungswesen: Neue Sparmaßnahmen der Regierung sorgen bei Lehrerinnen und Lehrern für massive Unzufriedenheit. In Bukarest und anderen Städten des Landes wird täglich protestiert – aus Sorge um die Zukunft der Schulen.

Foto: facebook.com/www.edu.ro
Foto: facebook.com/www.edu.ro

und , 07.08.2025, 15:07

Während sie sich eigentlich in ihrer wohlverdienten Sommerpause befinden, machen sich viele Lehrkräfte in Rumänien bereits jetzt Sorgen um den Herbst. Denn das erste Sparpaket der von Ilie Bolojan geführten Regierungskoalition, das seit dem 1. August in Kraft ist, trifft auch den Bildungsbereich empfindlich.

So wird die wöchentliche Lehrverpflichtung für festangestellte Lehrerinnen und Lehrer an Schulen und Universitäten von 18 auf 20 Stunden erhöht – ein Schritt, den es in den vergangenen Jahren in dieser Form nicht gegeben hat.

Die Erhöhung der Lehrverpflichtung bedeutet für die Lehrkräfte eine deutliche Mehrbelastung – sei es durch zusätzliche Unterrichtsstunden, sei es durch mehr Zeit für die Vorbereitung oder das Korrigieren von Arbeiten. Und all das ohne zusätzliche Bezahlung. Zudem spart der Staat auf Kosten jener, die bislang auf Stundenbasis beschäftigt waren: Denn wenn festangestellte Lehrerinnen und Lehrer mehr unterrichten, wird deren Bedarf sinken. Das heißt konkret: Viele werden ihre Aufträge verlieren – oder deutlich weniger verdienen als bisher.

Auch das System der Schulstipendien wird überarbeitet – mit der Folge, dass künftig weniger Schülerinnen und Schüler davon profitieren werden. Für Studierende wurden die Stipendien bereits gekürzt. Hinzu kommen weitere Maßnahmen: Lehrkräfte sollen künftig von 8 bis 17 Uhr verpflichtend in der Schule anwesend sein. Außerdem ist die Zusammenlegung einzelner Bildungseinrichtungen geplant – ebenso wie eine Erhöhung der Schülerzahl pro Klasse.

Schon seit Inkrafttreten des Gesetzes, das all diese Änderungen umfasst, protestieren täglich Hunderte Lehrkräfte – vor dem Bildungsministerium in Bukarest, aber auch in vielen anderen Städten des Landes. Was sagen einige von ihnen?

Diese Berufsgruppe sollte endlich ernst genommen werden – wir sind es, die die Gesellschaft formen. Alles beginnt in der Schule. 

Unsere Botschaft ist ziemlich klar: Sie sollen das Gesetz abschaffen, das dem Bildungssystem schadet und die rumänische Schule zerstört – oder zurücktreten. Und wenn nicht, wird sich unser Protest auch direkt an Premierminister Bolojan richten – mit genau derselben Forderung.

 Ich bin zwar im Ruhestand, aber auch ehemalige Schülerin und Bürgerin dieses Landes. Und wer bildet die Menschen hier? Genau – jene, die jetzt für ihre Rechte kämpfen müssen. Ich finde, wir alle sollten hier sein, denn im Laufe unseres Lebens werden wir alle – auf die eine oder andere Weise – von unseren Lehrerinnen und Lehrern geprägt.

Die Lehrergewerkschaften betonen: Eine Lehrverpflichtung von 20 Stunden pro Woche habe es nicht einmal zu kommunistischen Zeiten gegeben. Besonders empörend sei zudem die Verpflichtung, bis 17 Uhr in der Schule zu bleiben – ohne angemessene Arbeitsbedingungen wie eigene Arbeitsräume, Laptops oder wenigstens ein Mittagessen, wie es in anderen Ländern üblich ist. Das sei nicht nur realitätsfern, sondern auch respektlos gegenüber dem Lehrberuf.

Sollte die Regierung ihre Sparpläne im Bildungsbereich bis zum Schulbeginn nicht zurücknehmen, ist für den 8. September – dem ersten Schultag – eine Großdemonstration mit rund 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geplant. Bis dahin wollen die Lehrkräfte mit weiteren Protestaktionen vor dem Bildungsministerium und den Parteizentralen auf ihre Forderungen aufmerksam machen. Sie rufen auch Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie lokale Behörden dazu auf, sich solidarisch zu zeigen – für eine gut finanzierte, faire und wertschätzende Bildungspolitik.

Alexandra Căpitănescu (Fotoquelle: TVR1 / Facebook)
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