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Festival ‚News from Polska‘ zeigt Polens darstellende Künste in Bukarest

Ende April – genauer gesagt am 29. – wird weltweit der Internationale Tag des Tanzes gefeiert. Aus diesem Anlass lädt das Nationale Tanzzentrum Bukarest (CNDB) vom 5. bis 11. Mai zur fünften Ausgabe des Festivals der darstellenden Künste „News from Polska“ ein.

News from Polska
News from Polska

und , 26.04.2025, 15:19

Organisiert wird das Festival vom Polnischen Institut in Bukarest – im Rahmen der Kultursaison Polen-Rumänien 2024–2025. Andreea Andrei, Kuratorin des Festivals, hat mit uns über das Programm gesprochen.

 „Die fünfte Ausgabe des Festivals „News from Polska“ stellt ein zentrales Thema in den Mittelpunkt – eines, das eng mit unserer heutigen gesellschaftlichen Realität verknüpft ist: „Resisting Bodies“. Wir wollten den Körper als Raum des Widerstands, der Transformation und der Ermächtigung erforschen. Gerade in diesem Jahr war es uns wichtig zu betonen, dass zeitgenössischer Tanz und darstellende Kunst nicht nur Formen der Kunst sind – sondern auch Werkzeuge. Werkzeuge, um kritisch über die Welt nachzudenken, in der wir leben…

Was erwartet das Publikum in diesem Jahr – besonders jene, die sich für darstellende Kunst begeistern? Welche Produktionen, welche Erlebnisse bietet das Festival in seiner aktuellen Ausgabe?

 In diesem Jahr zeigt das Festival vier zeitgenössische Tanz- und Performanceproduktionen aus Polen – alle entstanden in den letzten drei Jahren. Hinzu kommt ein besonderes Highlight: die Performance „Cezary goes to war“ von Choreograf Cezary Tomaszewski. Sie wurde zwar schon 2017 produziert, passt aber thematisch ganz genau in die aktuelle Zeit – denn sie greift auf eindrucksvolle Weise das Thema Krieg auf. Außerdem stehen zwei Veranstaltungen auf dem Programm, die sich gezielt an die zeitgenössische Tanzszene richten: zwei Workshops für professionelle Tänzerinnen und Tänzer.

Was genau hinter dem kuratorischen Titel „Resisting Bodies“ steckt – und wie sich diese Idee in der Auswahl der Performances widerspiegelt – darüber spricht jetzt die Kuratorin des Festivals, Andreea Andrei:

 „Der Titel „Resisting Bodies“ – auf Deutsch „Widerständige Körper“ – bringt die zentrale Idee dieser Festivalausgabe auf den Punkt: den Körper als eine Form des Widerstands, der Rückeroberung, als einen Raum, in dem äußere, unterdrückende Kräfte in Frage gestellt werden. Aber auch als Ort der Heilung, der Wiederverbindung, der Identitätsstärkung – und nicht zuletzt der Ermächtigung.

Wie kann sich zeitgenössischer Tanz heute – in einer Welt voller Krisen – als eine Form des Widerstands artikulieren? Kuratorin Andreea Andrei gibt uns darauf eine Antwort:

Wir leben in einer Zeit, die von zahlreichen Krisen geprägt ist. Überall um uns herum gibt es Krieg. Wir stehen vor einer dramatischen Klimakrise. Und wir erleben weltweit den Aufstieg der extremen Rechten. Gerade in diesem Kontext ist es wichtig, über all diese Themen zu sprechen – aber auch Hoffnung und innere Stärke wiederzuentdecken: die Kraft, diese Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und zu zeigen, dass wir genau das auch über unsere Körper tun können.

Die Aufführungen im Rahmen des Festivals scheinen gesellschaftliche Normen und Konventionen in Frage zu stellen. Andreea Andrei spricht mit uns über die Eröffnungsshow von „News from Polska“ – „Valeska“ von Dominika Knapik.

Die vier Performances, die wir in diesem Jahr zeigen, untersuchen auf ganz unterschiedliche Weise das Protestpotenzial des Körpers. Sie stellen bestehende Paradigmen in Frage – und bieten dem Publikum eine Erfahrung, die Sensibilität mit sozialem Engagement verbindet. Eröffnet wird das Festival am 5. Mai um 19.30 Uhr im Nationalen Tanzzentrum Bukarest – mit der Performance „VALESKA VALESKA VALESKA VALESKA VALESKA VALESKA“. Sie ist inspiriert vom Leben und Werk der Avantgarde-Künstlerin Valeska Gert – einer Pionierin der modernen Performance-Kunst aus Deutschland in den 1920er- und 1930er-Jahren. Valeska Gert war bekannt für ihren radikalen, exzentrischen und kritischen Ansatz. In der Performance der Künstlerin Domnika Knapik werden diese Aspekte neu interpretiert – in einer Collage aus dokumentarischem und fiktionalem Material. So entsteht eine Art Zeitkapsel, die dem Publikum einen faszinierenden Zugang zu Valeska Gerts Werk eröffnet.

Zum Abschluss unseres Gesprächs hat Kuratorin Andreea Andrei ihre Vision geteilt: Wie wird zeitgenössischer Tanz im Jahr 2025 wahrgenommen und verstanden? Und was bedeutet das für die darstellenden Künste – und für die Kultur insgesamt?

Wir verstehen zeitgenössischen Tanz als ein Mittel, mit dem sich der Körper frei ausdrücken kann. Er ist heute mehr als nur eine künstlerische Geste – er wird zur Form physischen, politischen und emotionalen Widerstands. Der Körper des Tänzers ist nicht länger nur ein ästhetisches Medium. Er wird zu einem Instrument der Anfechtung, der Konfrontation – zu einem Mittel, mit dem wir uns kritisch gegen gesellschaftliche Normen behaupten: Normen, die uns vorschreiben wollen, wie wir leben, wie wir aussehen, wie wir uns identifizieren sollen. Zeitgenössischer Tanz hilft uns, wieder eine Verbindung zu unserem eigenen Körper herzustellen. Und genau das halte ich im aktuellen Kontext für besonders wichtig: Räume zu schaffen, in denen wir uns neue Arten des Seins vorstellen können.

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