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Eiermuseum in der Bukowina: das Ei als A und O des Lebens

Das Ei spielt in jeder Kultur eine besondere Rolle. Es ist der Anfang und das Ende, Leben und Tod, Geburt und Hoffnung. In vielen Kulturen galten und gelten Eier als Heil-, Fruchtbarkeits- und Opfersymbole.

Eiermuseum in der Bukowina: das Ei als A und O des Lebens
Eiermuseum in der Bukowina: das Ei als A und O des Lebens

, 17.04.2019, 18:00

Wir laden Sie heute ein, ein besonderes Museum zu besuchen. Es ist das grö‎ßte Museum seiner Art in Rumänien. Die Gestaltungsweise sowie der besondere Wert der hier ausgestellten Exponate verwandeln den Museumsbesuch in eine einmalige Erfahrung. Die Sammlungen im Eiermuseum sind Eigentum der rumänischen Künstlerin Letiţia Orşivschi. Die berühmte Professorin vertritt Rumänien an verschiedenen internationalen Messen und Ausstellungen. Im Laufe der Zeit gewann sie zahlreiche internationale Preise. Letiţia Orşivschi arbeitet mit vielen Museen und Kulturinstitutionen im In- und Ausland zusammen. Ihre Sammlung umfasst derzeit mehr als 7.000 Exponate, die sowohl aus der Bukowina wie auch aus anderen Ecken der Welt stammen. Rund 3.500 Eier in verschiedenen Grö‎ßen und Farben, aus den unterschiedlichsten Materialien und durch vielfältige Techniken gefertigt, können im Museum gesichtet werden. Sie stammen aus 82 Ländern von fünf verschiedenen Kontinenten, so Letiţia Orşivschi:



Wir dürfen die wohl bekannten, wunderschönen Eier aus der Bukowina nicht vergessen. Das Museum stellt eine zeitliche Entwicklung der verzierten Eier vor. In der Vergangenheit war die Eierbemalung in der Bukowina recht einfach gehalten. Es herrschte ein zentrales Motiv vor. Die Farben wurden im Laufe der Zeit bewahrt — heute noch werden die Eier in Erdfarben bemalt. Die gleichen Farben werden auch bei der Herstellung von Tischtüchern, Teppichen und der Trachten in der Region verwendet. Die Farben wurden aus Pflanzenbrühen gewonnen — Zwiebelblätter, rote Beete und Kohle wurden dabei vermischt. Manche Eier kommen aus meiner eigenen Familie. Sie sind 50 bis 100 Jahre alt. Auf dem Land besteht der Glaube, dass Eier, die zu Ostern geweiht wurden, das Böse vertreiben. Daher bewahrten wir die Eier in unserem Haus auf dem Land. Sie sollten das Haus vor allem gegen Blitz und Donner schützen.“




Die erste Maltechnik für Eier war als Kopftuch-Technik“ bekannt. Dadurch sollten die Eier dreimal hintereinander in Farbe getunkt werden. Die genannte Technik wurde vorwiegend in Osteuropa verwendet. Die Bewohner der Region Bukowina entdeckten allerdings eine Zeit später eine andere, besondere Technik zum Eiermalen, erklärte Letiţia Orşivschi, die Kuratorin des Eiermuseums in der Ortschaft Vama, Bukowina:



In der Bukowina wird eine einmalige Wachstechnik zur Gestaltung von Ostereiern verwendet. Man spürt nämlich die Wachsmuster auf dem Osterei als erhabenes Relief. Es ist eine einmalige Technik. Die Eierspitzen werden unbedingt mit geometrischen Motiven verziert. Es gibt eine Sprache der Farben und Motive. Handelt es sich um ein einziges, dominantes Element auf der ganzen Eioberfläche, so wird dadurch eine Botschaft für das ganze Leben vermittelt. Verdoppelte Elemente stehen in der Bukowina für die Familie. Drei Elemente, die verflochten werden, repräsentieren eine Familie mit Kindern. Die mittlere Linie umfasst immer ein Lebenssymbol. Das Leben wird in der Bukowina durch ein Rhombus abgebildet — er steht für die wichtigsten Momente im Leben: die Geburt, die Reife und den Tod. Eine Nacheinanderfolge von Rauten deutet auf mehrere Generationen hin. Brâncuşi lie‎ß sich von diesem Motiv bei der Schaffung der Säule der Unendlichkeit inspirieren.“




Früher wurden ausschlie‎ßlich Erdfarben bei der Gestaltung von Ostereiern eingesetzt. Diese weisen auf Wohlstand und Reichtum in der Bukowiner Kultur hin. Mit der Zeit wurde die Technik komplexer, es entstand eine Sprache der Farben:



Die kleinen Klostergemeinschaften fingen an, die Ostereier in der dominanten Freskenfarbe zu bemalen. Während der österreichisch-ungarischen Herrschaft erscheinen diese Farben zum ersten Mal auch in der Volkstracht. Auf dem Gürtel erscheinen jetzt auch die drei Landesfarben — ein Zeichen der Angehörigkeit zu diesem Land. Rot war für die Bukowina-Bewohner immer die Farbe der Gottheit. Gelb steht hier für Wohlhabenheit und Fülle. Blau steht für den Seelenfrieden. Mit der Zeit kam auch grün dazu — ein Symbol für die Lebensfreude, für Hoffnung. Die Hoffnung, Bukowina nie zu verlassen.“




Das Eiermuseum in der Ortschaft Vama kann heuer von Montag bis Samstag zwischen 9 und 18 Uhr und sonntags von 9 bis 14 Uhr besucht werden.

Foto: Iulia Opran/RRI
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