Die Inflation geht zurück
Die Inflation ist um zwei Prozent gesunken, doch der Preisdruck bleibt bestehen, insbesondere bei Dienstleistungen und Energie.
Ştefan Stoica und Florin Lungu, 14.09.2026, 13:30
Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Produktkategorien. Lebensmittel sind nur 2,6 % teurer als im August des Vorjahres und im Durchschnitt sogar günstiger als im Juli. Saisonale Schwankungen spielen dabei eine Rolle: Frisches Obst ist über 18 % günstiger als vor einem Jahr, Kartoffeln rund 15 %, und auch Gemüse ist günstiger geworden. Kaffee hingegen verteuerte sich um 15 %, Eier um fast 11 % und Rindfleisch um 8,5 %. Bei Dienstleistungen liegt der jährliche Preisanstieg weiterhin bei über 11 % und damit deutlich über der allgemeinen Inflation. Am stärksten gestiegen sind die Mieten mit fast 40 %, und die Gebühren für Wasser, Abwasser und sanitäre Anlagen sind um über 14 % gestiegen.
Auch bei Fernsehabonnements, Autoreparaturen und im Straßenverkehr kommt es zu deutlichen Preiserhöhungen. Dienstleistungen sind der langsamste Faktor im Disinflationsprozess, da sie Gehälter, Gewerbemieten und Jahresverträge umfassen. Dass sie in einem Monat, in dem der allgemeine Inflationsindex auf 6,2 % gefallen ist, sogar zweistellig teurer werden, ist laut Finanzanalysten ein Zeichen dafür, dass der zugrunde liegende Druck nicht verschwunden ist.
Kraftstoffe haben im Vergleich zum Vorjahr die größten Preisanstiege verzeichnet: Diesel ist fast 35 % teurer als im August des Vorjahres, Benzin über 25 %. Allein in einem Monat sind ihre Preise um über 6 % gestiegen. Strom hingegen ist weniger als 2 % teurer als vor einem Jahr, nachdem die Preissteigerungen zuvor deutlich stärker ausgefallen waren, und Gas ist etwas günstiger geworden. Experten warnen vor unvorhersehbaren Entwicklungen auf den Energiemärkten, die den Abwärtstrend der Inflation umkehren könnten.
Der amtierende Premierminister Ilie Bolojan erklärte, die Erfolge der gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen würden sich durch den Rückgang der Inflation und des Haushaltsdefizits sowie die gestiegenen öffentlichen Investitionen allmählich bemerkbar machen. Laut Bolojan wäre der Rückgang noch deutlicher ausgefallen, wenn die Kraftstoffpreise nicht unter dem Druck der weltweiten Krise gestanden hätten. Mit dem Nachlassen dieses Drucks sei auch mit sinkenden Benzinpreisen zu rechnen, so der Regierungschef. Die wichtigste Aufgabe der künftigen Regierung sei es, die bisherigen gesellschaftlichen Anstrengungen zu festigen und diesen Weg fortzusetzen, um Rumäniens enormes Potenzial voll auszuschöpfen, sagte der Premierminister.