Notimpfung für Schafe und Ziegen angelaufen
In Rumänien hat am Sonntag die Notimpfung von Schafen und Ziegen gegen Pocken sowie gegen die Pest der kleinen Wiederkäuer begonnen.
Ştefan Stoica und Sorin Georgescu, 26.10.2026, 13:14
Die ersten Tiere wurden in den südöstlichen Kreisen Constanța und Tulcea geimpft – einen Tag früher als ursprünglich geplant. Grund dafür ist die Lieferung von 1,1 Millionen Impfdosen, die die Europäische Union Rumänien kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Die Dosen gegen die Schaf- und Ziegenpocken sowie die Pest der kleinen Wiederkäuer treffen seit vergangenem Donnerstag im Land ein.
Die Nationale Behörde für Veterinärmedizin und Lebensmittelsicherheit hat außerdem einen Leitfaden für Tierhalter veröffentlicht. Darin werden Empfehlungen zur Impfung gegeben und mögliche normale Reaktionen der Tiere nach der Verabreichung des Impfstoffs erläutert.
Rumänien hatte seine Impfpläne bereits am 23. September bei der Europäischen Kommission eingereicht. Am 8. Oktober aktivierte die Kommission die EU-Impfstoffreserven gegen Schaf- und Ziegenpocken sowie gegen die Pest der kleinen Wiederkäuer. Zu diesem Zeitpunkt waren alle erforderlichen praktischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Die europäischen Reserven sollen die Impfstoffmengen bereitstellen, die für den Beginn einer Notimpfkampagne benötigt werden. Die Finanzierung der gesamten Kampagne ist damit allerdings nicht abgedeckt.
Der Leiter der rumänischen Veterinärbehörde, Alexandru Bociu, betonte, dass die Impfung für die Tierhalter vollständig kostenlos sei. Zugleich rief er sie dazu auf, die Kampagne ernst zu nehmen.
Vorerst bleiben die vorübergehenden Beschränkungen für den Transport von Schafen und Ziegen innerhalb Rumäniens in Kraft. Sie sollen eine weitere Ausbreitung der Tierseuchen verhindern. Außerdem gilt bis zum 31. Dezember ein von der Europäischen Kommission verhängtes Exportverbot für Schafe und Ziegen aus Rumänien in Drittstaaten. Bereits bestehende Beschränkungen für Lieferungen in andere EU-Mitgliedstaaten bleiben ebenfalls bestehen.
Am Dienstag wollen die Veterinärbehörden im ganzen Land Vertreter sämtlicher Branchenverbände zu Gesprächen einladen. Dabei soll es um die Folgen des Exportstopps für die Tierhalter gehen. Nach Angaben von Alexandru Bociu gibt es bislang keine landesweite Schätzung der entstandenen Verluste. Er erläuterte auch, wie die Impfdosen verteilt wurden: Rund 800 000 Dosen gingen an die Kreise Constanța und Tulcea. Mehr als 300 000 weitere Dosen wurden auf 22 andere Kreise verteilt, in denen Ausbrüche der Tierseuchen bestätigt worden waren.
Sobald die Impfungen abgeschlossen sind, sollen die Exporte in jene Drittstaaten wieder aufgenommen werden, die der Impfstrategie zugestimmt haben. Alexandru Bociu erklärte dazu:
„Wir haben beschlossen, zunächst in den besonders gefährdeten Gebieten mit der Impfung zu beginnen. Tulcea und Constanța sind für Rumänien strategisch wichtige Regionen. Über sie verlassen Schaf- und Ziegenherden das Land, um in Drittstaaten gebracht zu werden.
In der Zwischenzeit ist es uns gelungen, die Exportbescheinigungen mit Ländern wie Saudi-Arabien, Jordanien, Libyen, Kuwait, Marokko, Tunesien und Israel neu auszuhandeln. Diese Länder haben unsere Impfstrategie akzeptiert und zugleich die Exportbescheinigungen unter der Voraussetzung bestätigt, dass die Tiere geimpft werden.“
Landwirtschaftsminister Florin Barbu will der Europäischen Kommission nun die von Rumänien ergriffenen Maßnahmen vorstellen. Außerdem wird er beantragen, die Exporte bereits vor dem ursprünglich vorgesehenen Termin wieder zuzulassen.