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Kulturkonsum in der Pandemie: Ruhende Beschäftigungen und Online-Trends nehmen zu

Im Jahr 2020 wurden in Rumänien mehr Bücher gelesen, mehr Musik gehört, mehr Filme und Dokumentationen gesehen und mehr Theaterstücke online oder im Freien verfolgt.

Kulturkonsum in der Pandemie: Ruhende Beschäftigungen und Online-Trends nehmen zu
Kulturkonsum in der Pandemie: Ruhende Beschäftigungen und Online-Trends nehmen zu

, 09.01.2021, 17:30

Das Institut für Kulturforschung in Bukarest hat neulich eine Studie zu den Trends im Kulturkonsum vorgelegt. Demnach steige der Anteil der Menschen, die mehr Bücher lesen und mehr Musik hören. Im Jahr 2020 gaben 35 % der Befragten an, dass sie Bücher lesen, im Gegensatz zu 22 % im Jahr 2019. 88 % gaben an, Musik auf allen Arten von Geräten zu hören, im Gegensatz zu 74 % im Jahr 2019. Theater- und Kinobesuche gingen aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen zurück, aber die Menschen waren daran interessiert, Theaterstücke und Filme online zu sehen oder zu Freilichtaufführungen zu gehen, sofern die Einschränkungen und das Wetter es zulie‎ßen. 79 % der Befragten sahen Filme und TV-Serien, gegenüber 76 % im Jahr 2019. Bei allen Arten von Formaten nahm der Konsum zu.



Adrian Majuru, Direktor des Städtischen Museums Bukarest, betont den Appetit der Bukarester auf kulturelle und soziale Veranstaltungen:



Der Mensch ist ein soziales Wesen. Menschen konsumieren Kultur, selbst unbeabsichtigt, sie haben ihr ganzes Leben kulturell gestaltet, und das schlie‎ßt ihre Arbeit ein. Was ich nicht wusste, war WIE sie Kultur konsumieren, und wie sie sich kulturell neu formieren, wenn sie unter Druck stehen, wie in Zeiten gesundheitlicher Unsicherheit, die nicht sichtbar ist. Oder in einer wirtschaftlichen oder sozialen Krise mit Stra‎ßenunruhen, die manchmal vorhersehbar und jedenfalls sichtbarer sind. Und dann kann man in Echtzeit Rückschlüsse ziehen. Im Prinzip haben die Menschen ruhende Beschäftigungen wieder belebt — Lesen oder Kommunizieren in Foren, zum Beispiel.“




Wir haben Adrian Majuru gefragt, wie sich die Museen in der Hauptstadt an den Kulturkonsum aus der pandemiebedingten Distanz angepasst haben:



Offensichtlich gehöre ich zu der Generation, die einen Sprung gewagt hat. Früher habe ich Briefe von Hand geschrieben und manchmal drei Stunden daran gearbeitet und sogar drei Entwürfe aufgesetzt. Heute tippe ich Nachrichten ein, mit Worten, die ich gar nicht schreiben will. Also haben wir Technik in allen Aspekten genutzt, um die Kommunikation mit jedem zu fördern, auch mit Leuten, die man nicht kennt, die man dann aber kennenlernt. Wir haben die 15 Facebook-Seiten der 10 Museen und 5 Sammlungen aktiviert. Unser Glück ist, dass das Städtische Museum von Bukarest eine riesige Vielfalt hat — von Münzen über Kleidung und Archäologie bis Kunst. All diese Sammlungen wurden online sehr aktiv, und wir haben dreimal am Tag gepostet und während der Pandemie hatten wir über eine Million Onlinebesucher in eineinhalb Monaten; wir hatten auch mehr Kommentare, wir sind mehr auf anderen Plattformen wie Instagram und Twitter aufgetreten.



Als wir dann im Mai wieder öffneten, fiel es uns schwer, uns zu erholen. Zuerst gab es einen Rückgang von 70 %, dann hatten wir ein Comeback, aber es kamen immer noch 30 % weniger Besucher als im Jahr 2019. Natürlich war es eine andere Art von Umgang, denn die Leute machten sich Sorgen um ihre Sicherheit, ihre Jobs, die sich in einigen Fällen veränderten oder verschwanden. Wir wollten einen Zufluchtsort bieten und versuchten, den Menschen, die ihr Leben hinterfragten, eine Antwort zu geben — so gut es auf einer Facebook-Seite oder in einem Forum möglich war.“




Dem Museumsleiter zufolge werden die Dinge nicht mehr linear verlaufen, es werden immer weniger Mittel — auch Staatsmittel — zur Verfügung stehen, so dass es interdisziplinäre Inhalte geben muss, die möglichst viele Menschen berühren. Adrian Majuru listete im Gespräch mit RRI auch auf, was sein Haus für 2021 plant und wie er sein digitales Angebot gestaltet.



Wir haben eine Website, die alle möglichen Schubladen hat, mehr als viele westliche Museen. Wir haben Schubladen für alles mögliche, wir haben digitalisierte Filme aus unserer Sammlung kostenlos angeboten, Dokumentarfilme, die wir über Museen, über Sammlungen, über Bukarest gemacht haben. Wir haben Konferenzen aufgezeichnet, die live gesendet wurden, mit ausländischen Gästen, zu sehr interessanten Themen. Der Mehrwert des Museums muss wiedergewonnen werden — d.h. auch Veranstaltungen müssen organisiert werden, die Menschen anziehen, wie z.B. klassische oder zeitgenössische Musikshows, Theaterstücke oder viele andere Ideen aus der Community. Im Herbst hatte das Museum einen Aufruf für Projekte veranstaltet, doch es kamen nur sehr wenige Vorschläge, obwohl die Räumlichkeiten kostenlos bereitgestellt wurden. So kamen nur ein paar Anfragen für Workshops oder Lehrveranstaltungen, keine für Ausstellungen. Hauptziel ist es, mit der Gemeinde Schritt zu halten und zu verstehen, was ihre Anliegen sind.“




Das Museum gibt auch einen Newsletter heraus, der jeden Monat über die wichtigsten Termine informiert und auch Interviews und andere Inhalte umfasst. Und wer den Newsletter nicht im digitalen pdf-Format bestellen wird, kann ihn zusammen mit der landesweit vertriebenen Kulturzeitschrift Contemporanul“ im bewährten Papierformat kaufen, sagt Museumsleiter Majuru abschlie‎ßend.

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