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Brüssel erwartet Reformen aus Bukarest

Die künftige rumänische Regierung muss das Rekord-Haushaltsdefizit reduzieren.

Comisia Europeană (Foto: © European Union - Source: EC - Audiovisual Service / Photographer: Christophe Licoppe)
Comisia Europeană (Foto: © European Union - Source: EC - Audiovisual Service / Photographer: Christophe Licoppe)

und , 23.06.2025, 12:58

Die Europäische Kommission hat erneut festgestellt, dass Rumänien nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen hat, um das Haushaltsdefizit von etwa 9 Prozent, das größte aller EU-Mitgliedstaaten, zu reduzieren. Ursache für das Defizit ist der galoppierende Anstieg der öffentlichen Ausgaben, der hauptsächlich auf die Erhöhung der Gehälter und Renten im Jahr 2024 sowie auf das Rekordvolumen der öffentlichen Investitionen zurückzuführen ist. In einem Bericht der Kommission wird davor gewarnt, dass Rumänien bei der derzeitigen Entwicklung Gefahr läuft, sein Endziel – ein Defizit von weniger als 3 % in den nächsten fünf Jahren – nicht zu erreichen, eine Verpflichtung, die von allen EU-Staaten eingehalten werden muss.

Unter diesen Umständen hat der Wirtschafts- und Finanzrat der Union, EcoFin, in dem die zuständigen Minister der 27 Mitgliedstaaten vertreten sind, Rumänien aufgefordert, bis zu seiner nächsten Sitzung am 8. Juli ein Maßnahmenpaket zur Verringerung des Defizits vorzulegen. Sollte das Land bis zum 15. Oktober keine wirksamen Maßnahmen zur Verringerung des Defizits ergreifen, droht ihm ab Mitte nächsten Jahres die Aussetzung der europäischen Fördermittel. Laut dem Korrespondenten von Radio Romania in Brüssel zeigen jedoch alle Erklärungen der Kommission, dass Bukarest das Verständnis der europäischen Institutionen hat, da es aus politischer Sicht eine schwierige Zeit hinter sich hat. Die politischen Unruhen im Inland wirkten sich darüber hinaus sogar auf die EcoFin-Sitzung aus, bei der die Regierung in Bukarest durch den Staatssekretär im Finanzministerium, Alin Andrieş, vertreten war und nicht durch seinen Chef, Minister Tánczos Barna, der nicht mehr teilnehmen wollte, da die UDMR (Ungarnverband) ihr Ressort in der künftigen Vierparteienregierung, der sie zusammen mit PSD (Sozial-Demokratische Partei), PNL (National-Liberale Partei) und USR (Union „Rettet Rumänien) angehören wird, nicht behalten wird.

Der sehr wahrscheinlich künftige stellvertretende Ministerpräsident und Berater des Präsidenten für Beziehungen zum Wirtschaftssektor, Dragoş Anastasiu, erklärt, dass die endgültige Formel des von den Parteiexperten entwickelten Pakets fiskalischer Maßnahmen für die Ratingagenturen überzeugend sein muss und in erster Linie darauf abzielen sollte, zu verhindern, dass Rumänien in die Kategorie der Länder herabgestuft wird, die für Investitionen nicht empfohlen werden. Anastasiu sagte auch, dass in den technischen Arbeitsgruppen viel über differenzierte Mehrwertsteuersätze sowie über die Reduzierung von Ausgaben, die Priorisierung von Investitionen und andere Steuer- und Anpassungsmaßnahmen diskutiert wurde. Seiner Meinung nach werden die Maßnahmen nicht vor dem 1. August in Kraft treten. In Bezug auf mögliche Personalabbau innerhalb der staatlichen Haushaltsinstitutionen schätzte der Berater des Präsidenten, dass dies Zeit erfordert, da Arbeitsverträge eingehalten werden müssen. Er erinnerte daran, dass andere in den letzten Wochen diskutierte Maßnahmen Dividenden, Gewinnsteuern oder die Besteuerung von Privatvermögen betreffen, diese jedoch erst ab dem nächsten Jahr gelten werden.

Foto: wqqh87ok4g / pixabay.com
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