Staatspräsident Dan: Rumäniens Außenpolitik bleibt auf EU, NATO und strategische Partnerschaft mit den USA ausgerichtet
Rumäniens Außenpolitik wird auch künftig auf der strategischen Dreierachse Europäische Union, NATO und Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten beruhen. Das hat Staatspräsident Nicușor Dan in seiner Ansprache bei der Jahrestagung mit den in Bukarest akkreditierten Botschaftern erklärt.
Sorin Georgescu und Roxana Vasile, 16.01.2026, 14:55
In seiner Rede ging der Präsident zunächst auf die innenpolitischen Ziele für das Jahr 2026 ein. Er erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr schmerzhafte wirtschaftliche Maßnahmen notwendig gewesen seien, die parallel zu intensiven Bemühungen um politische Stabilität umgesetzt wurden.
„Es waren schmerzhafte Maßnahmen, die in sehr kurzer Zeit zwingend ergriffen werden mussten. Auf makroökonomischer Ebene haben sie jedoch die erwarteten Ergebnisse gebracht. Rumänien konnte das Jahr 2025 mit einer deutlichen Verringerung des Defizits und mit einem leichten Wirtschaftswachstum abschließen. Die im vergangenen Jahr eingeleiteten Verwaltungs- und Steuerreformen werden den Staat stärken, und diese gemeinsame Anstrengung von Bürgern, Privatwirtschaft und öffentlichen Institutionen muss durch öffentliche Maßnahmen genutzt werden, die eine wirtschaftliche Erholung ermöglichen. Das ist eines der zentralen Ziele für 2026 und 2027.“
Der Präsident erklärte weiter, Rumänien stehe am Beginn eines Prozesses der nationalen Versöhnung innerhalb der Gesellschaft sowie einer erneuten Stärkung des Gleichgewichts zwischen den staatlichen Gewalten. Die Festigung des Rechtsstaats und der Kampf gegen Korruption seien zentrale Prioritäten seines Mandats.
In Bezug auf die Außenpolitik betonte Nicușor Dan, Rumänien brauche angesichts der zahlreichen Herausforderungen des Jahres 2026 eine dynamische und kreative Diplomatie. Das internationale Umfeld sei zunehmend geprägt von der Rückkehr zu Einflusssphären und vom Wettbewerb der Großmächte, während sich globale Krisen überlagerten.
„Auf einer oft chaotischen globalen Bühne wird Rumänien weiterhin ein verlässlicher Partner bleiben. Wir werden dieselbe Außenpolitik verfolgen, die auf der Dreierachse Europäische Union, NATO und strategische Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten beruht. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir Themen von unmittelbarer Bedeutung für uns: dem Angriffskrieg der Russischen Föderation gegen die Ukraine, dem europäischen Weg der Republik Moldau sowie der Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern und mit Staaten, die unsere Werte teilen. Unseren traditionellen Freunden auf dem Balkan, im Nahen Osten, in Nordafrika, in Lateinamerika und in Asien wollen wir mittelfristig ein neues Maß an Ambition vorschlagen, um das historische Kapital unserer Beziehungen sowie die neue politische und wirtschaftliche Dynamik dieser Regionen zu nutzen.“
Der Staatspräsident unterstrich außerdem, das Jahr 2026 könne ein Jahr des Friedens in Europa werden. Rumänien unterstütze die Bemühungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump um die Aushandlung eines schnellen und dauerhaften Friedens in der Ukraine. Gleichzeitig werde Bukarest seine Anstrengungen zum Aufbau eines Angelpunkts der Sicherheit im Schwarzen Meer beschleunigen und auch künftig zur Energiesicherheit Europas beitragen.
Abschließend bekräftigte Nicușor Dan, dass Rumänien seinen außen- und sicherheitspolitischen Verpflichtungen treu bleiben werde – zugleich aber mit Nachdruck seine nationalen Interessen verfolgen wolle.