Rumäniens Präsident Nicușor Dan bei der UN-Vollversammlung in New York
Rumäniens Präsident Nicușor Dan hält sich derzeit in New York auf. Dort nimmt er an der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen teil. Rund 130 weitere Staats- und Regierungschefs sind ebenfalls angereist.
Daniela Budu und Sorin Georgescu, 22.09.2026, 15:38
Im Mittelpunkt der diesjährigen Generaldebatte steht das Thema Sicherheit. Dabei geht es vor allem um den von Russland begonnenen Krieg gegen die Ukraine und den Konflikt im Nahen Osten. Auch die Risiken im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz sind ein Thema. Nicușor Dan sagte, die diesjährige UN-Vollversammlung befasse sich besonders intensiv mit Fragen der Sicherheit. Es handle sich um ein jährliches Treffen, aber in diesem Jahr liege ein besonderer Schwerpunkt auf dem Bereich Sicherheit. Rumänien befinde sich bekanntlich in einer Region, in der es sicherheitspolitische Herausforderungen gibt. Rumänien wolle seine Position zu diesen Fragen darlegen und dabei auch mit anderen Staats- und Regierungschefs im Gespräch bleiben. Es gehe darum, sich abzustimmen und herauszufinden, wie man gemeinsam dazu beitragen könne, die Region zu stabilisieren, heißt es in der Verlautbarung des Präsidialamtes im Vorfeld der UN-Vollversammlung.
Bei seiner Rede vor dem Plenum der UN-Vollversammlung am Mittwoch will der rumänische Präsident auf die Bemühungen Bukarests um eine Reform der Vereinten Nationen eingehen. Außerdem will er den Beitrag Rumäniens zu Frieden, Sicherheit und einer auf Regeln und Normen basierenden internationalen Ordnung hervorheben.
Bei einem bereits absolvierten Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres in New York übermittelte Nicușor Dan Rumäniens „tiefe Dankbarkeit“ für dessen Arbeit bei der Suche nach Lösungen für Konflikte in aller Welt. Zugleich würdigte er Guterres’ Einsatz für Frieden, Dialog und die Einhaltung des Völkerrechts.
Auf dem Programm des Präsidenten standen außerdem Gespräche mit dem amerikanischen UN-Botschafter Mike Waltz und dem Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder. Ihm gegenüber erklärte Dan, Rumänien sei bereit, sich aktiv an der neuen UN-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Antisemitismus zu beteiligen.
Bei einem Treffen mit ehemaligen US-Botschaftern in Bukarest dankte der rumänische Präsident ihnen für ihren Beitrag zur Förderung Rumäniens sowie für ihren Einsatz zur Festigung und Vertiefung der bilateralen Beziehungen. Die Partnerschaft zwischen Rumänien und den USA bezeichnete er als eine „dauerhafte Errungenschaft“, die auf „soliden Grundlagen“ beruhe.
Dan traf in New York außerdem Vertreter amerikanischer Unternehmen, Banken und Investmentfonds, die in rumänische Anleihen investieren. Dabei ging es auch um deren Sorgen angesichts der politischen Lage in Rumänien.
Gespräche führte der Präsident zudem mit in New York lebenden Rumänen. Ihnen sagte er, er wünsche sich, dass die Erfahrungen derjenigen, die sich in einer äußerst wettbewerbsorientierten Gesellschaft erfolgreich behauptet haben, auch in Rumänien genutzt werden könnten. Die Regierung in Bukarest strebe zugleich eine engere Zusammenarbeit mit der rumänischen Diaspora an. Dan rief die in den USA lebenden Rumänen dazu auf, einen realistischen Blick auf Rumänien zu bewahren. Zugleich verwies er auf das Potenzial, das sein Land derzeit habe.
Am Montagabend weihte der Präsident außerdem die Kreuzung „Regina Maria a României“ – „Königin Maria von Rumänien“ – in der Nähe der Ständigen Vertretung Rumäniens bei den Vereinten Nationen ein. Dort wurde auch eine Gedenktafel enthüllt. Anlass ist der 100. Jahrestag der historischen USA-Reise von Königin Maria.
Dan nahm außerdem an einer Veranstaltung des Atlantic Council teil. Dort sprach er über die strategischen Prioritäten Rumäniens. Im Mittelpunkt standen die Infrastruktur, die das Land in den kommenden Jahren benötigt, und die Frage, wie diese Vorhaben finanziert werden können.