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PISA-Ergebnisse: Rumänien auf drittletztem Platz in der EU

Das PISA-Programm der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD, testet alle drei Jahre Schüler im Alter von etwa 15 Jahren in Dutzenden Ländern und Volkswirtschaften. Dabei geht es nicht darum, ob die Jugendlichen den Lerninhalt einer Unterrichtsstunde auswendig wiedergeben können. Getestet wird vielmehr, ob sie ihre Kenntnisse in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften auf konkrete Situationen anwenden können.

Foto: pixabay.com
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und , 02.10.2026, 17:30

Die Ergebnisse zeigen, was das Bildungssystem Jugendlichen in diesem Alter tatsächlich vermittelt hat: Können sie Zusammenhänge verstehen, Wissen anwenden, logisch denken und Probleme lösen? PISA ist damit ein Instrument, um die Leistungsfähigkeit von Bildungssystemen zu messen.

 

Die jüngsten Tests fanden 2022 und 2025 statt. Die Ergebnisse für die Europäische Union waren wenig ermutigend. Die vor drei Jahren veröffentlichten Zahlen zeigten, dass etwa 30 Prozent der EU-Schüler das Mindestniveau in Mathematik nicht erreichten. Beim Lesen und in den Naturwissenschaften waren es jeweils rund 25 Prozent.

 

Die im September dieses Jahres veröffentlichten PISA-Ergebnisse für 2025 zeigen, dass das Problem in Europa anhält – vor allem beim Lesen und in Mathematik. Die offizielle Plattform der Europäischen Kommission verweist auf einen Rückgang der Grundkompetenzen. Notwendig seien Maßnahmen, die sich unter anderem auf die Beteiligung der Schüler, das Lernumfeld und den Einsatz von Technologie konzentrieren.

 

Angesichts des starken Rückgangs der schulischen Leistungen bereitet die Europäische Union Gegenmaßnahmen vor. Die für Bildungsfragen zuständige Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Roxana Mînzatu, will im November ein Bildungspaket vorstellen. Es soll den Mitgliedstaaten vor allem dabei helfen, den negativen Trend bei den Grundkompetenzen umzukehren.

 

Auch Rumänien, das bei den PISA-Tests innerhalb der EU den drittletzten Platz belegte, muss sein Bildungssystem verändern. Mehr als die Hälfte der 15-jährigen Schüler erreicht in Mathematik nicht das Grundniveau. Beim Lesen sind es 48 Prozent, in den Naturwissenschaften 46 Prozent.

 

Der Bildungsexperte und Vorsitzende des Vereins „Clubul Liderii Mileniului Trei“ („Spitzenreiter des Dritten Jahrtausends“), Marian Staș, erklärt, warum diese Tests wichtig sind:

 

„PISA ist ein internationaler Maßstab. Fachlich spricht man von einem Benchmark, also einem Referenzwert. Das bedeutet, dass ich mir Statistiken anschaue, die weltweit gelten, und mich daran messe, weil ich Teil dieser Welt bin. Was wir jetzt bekommen, ist eine weitere Bestätigung eines negativen Trends bei der Qualität des rumänischen Schulwesens. Eine Bestätigung dafür, dass wir Jahr für Jahr, von einer Testrunde zur nächsten, im weltweiten Vergleich im letzten Drittel liegen und bei der Leistungsfähigkeit innerhalb der Europäischen Union den drittletzten Platz einnehmen.

Natürlich sind nicht die Noten, die Ranglisten oder der Platz an sich entscheidend. Schließlich gehen wir nicht zur Schule, um bei PISA gut dazustehen. Aber PISA ist eine Folge, ein Effekt einer sehr, sehr tiefgreifenden Ursache. Und diese Ursache ist die grundlegende Unzulänglichkeit des rumänischen Schulsystems angesichts der Realität des 21. Jahrhunderts.“

 

Das bedeutet allerdings nicht, dass es in Rumänien keine herausragenden Schüler gibt. Im Gegenteil: Bei Olympiaden und anderen internationalen Wettbewerben gehören rumänische Schüler immer wieder zu den Medaillengewinnern.

 

Die PISA-Ergebnisse machen für Rumänien jedoch ein doppeltes Problem sichtbar: Zu viele Kinder erreichen die grundlegenden Kompetenzen nicht, gleichzeitig schaffen es zu wenige auf ein fortgeschrittenes Niveau. Das Bildungssystem verliert also an beiden Enden: Es schafft es nicht ausreichend, Kinder mit Lernrückständen auf ein funktionales Niveau zu bringen, und entwickelt zugleich herausragende Leistungen nicht in ausreichendem Maß auf breiter Ebene.

Bereits die PISA-Ergebnisse von 2022 hatten in vielen Bildungssystemen einen beispiellosen Leistungsrückgang gezeigt. Im OECD-Durchschnitt sank das Ergebnis in Mathematik gegenüber der vorherigen Testrunde um fast 15 Punkte, beim Lesen um etwa zehn Punkte.

 

Die Corona-Pandemie spielte dabei auch eine Rolle. Schulen waren geschlossen, der Unterricht wurde unterbrochen, und die Schüler verloren wichtige Lernzeit. Die Pandemie erklärt die Entwicklung allerdings nicht vollständig. Die OECD-Analyse zeigt, dass einige negative Trends bereits vor 2020 bestanden.

 

Auch in Rumänien waren die Leistungen im Lesen und in den Naturwissenschaften langfristig relativ stabil. In Mathematik lagen die Ergebnisse von 2022 jedoch unter denen von 2012 und 2015. Die Schlussfolgerung lautet deshalb: Die Pandemie hat ein bestehendes Problem verschärft, aber nicht verursacht.

 

Der Bildungsexperte Marian Staș kommt erneut zu Wort:

 

„Die grundlegende Diagnose lautet aus meiner Sicht: Zu 99 Prozent sind wir weiterhin in unserem Bildungskonzept gefangen. Es gibt ein Prozent, das sich langsam verändert. Aber zu 99 Prozent steckt das rumänische Bildungssystem noch immer in seinem kommunistischen Modell fest. Das heißt: Es ist curricular, in der Verwaltung und in vielen anderen Bereichen sind die Lehrpläne extrem zentralisiert.

Deswegen stehen wir so schlecht da – das System ist einfach schlecht konzipiert.

Die zweite Ursache hat etwa mit der absurden Zunahme des Nachhilfeunterrichts zu tun. Dazu kommen enorme sozioökonomische und demografische Unterschiede und eine sehr ungleiche Verteilung der Ressourcen in unterschiedlichen Regionen – in Städten, kleineren Städten, auf dem Land und so weiter.

Wenn Sie mich fragen würden: Gut, und wie könnte man es anders machen? Dann wären aus meiner Sicht zwei Maßnahmen entscheidend. Die eine müsste innerhalb des Systems ansetzen: Man müsste die Schule als System neu konzipieren und strukturell verändern. Die zweite wäre eine Veränderung der administrativ-territorialen Struktur Rumäniens.

Es ist unmöglich, dass Rumänien im 21. Jahrhundert auf allen Ebenen effizient funktioniert, wenn seine Verwaltungsstruktur nach einer Landkarte organisiert ist, die vor 50 Jahren entworfen wurde. Wie soll diese Struktur heute noch funktionieren und gute Ergebnisse in der Wirtschaft, im Gesundheitswesen, in der Bildung, bei der Infrastruktur und in all den anderen Bereichen bringen? Wir schreiben das Jahr 2026. Wir leben im 21. Jahrhundert.“

 

Das rumänische Bildungsministerium nennt unter anderem die kontinuierliche berufliche Weiterbildung der Lehrer als eine Priorität. Dabei soll der Schwerpunkt stärker auf der praktischen Arbeit im Unterricht liegen. Außerdem soll überprüft werden, ob die Fortbildungen tatsächlich zu Veränderungen im Unterricht führen.

 

Mehr Ressourcen für Schulen mit besonders großen Problemen könnten ebenfalls helfen. Das gilt auch für den ländlichen Raum, der als strategische Priorität behandelt werden soll. Und schließlich könnte ein stärkerer Schwerpunkt auf der praktischen Anwendung von Wissen statt auf dem Auswendiglernen Veränderungen bewirken.

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